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Sammeln

Viele Menschen bewahren Dinge auf, die für sie weder überlebensnotwendig sind noch eine rituell-/religiöse Bedeutung oder irgendwelchen Gebrauchswert hinsichtlich der Bewältigung ihres Alltags haben. Der materielle Wert dieser Gegenstände steht dabei nicht unbedingt im Vordergrund. Sie werden aufgehoben, weil sie ihrem Besitzer ästhetisch, kurios oder als kulturelles oder kulturhistorisches Zeugnis bewahrenswert erscheinen, einen Bezug zu den individuellen Neigungen und Vorlieben ihres Eigentümers herstellen, vielleicht aber auch einen Stellenwert als Erinnerungsstück aus dem persönlichen oder familiären Umfeld ihres Eigners haben. Solche Objekte haben also für ihren Besitzer somit insbesondere eine ideelle Bedeutung. Ein entsprechender Hang zum Bewahren entsprechender Gegenstände lässt sich beim Menschen über viele Kulturen und Geschichtsepochen hinweg bis in unsere Zeit beobachten.

Das so mehr oder minder stark ausgeprägte Interesse an solchen Gegenständen veranlasst manche Personen, sich weitere entsprechende oder verwandte Objekte zu verschaffen. Der Besitz solcher Objekte, das Zusammenstellen, Horten und auch die weitere Suche danach, verschafft diesen Menschen eine gewisse Befriedigung, so dass sich dieses Tun bei Einigen zum Hobby, gar zu einer regelrechten Leidenschaft und Passion entwickeln kann.

Ein so akkumulierter Objektbestand, sei er nun von eher homogener oder aber von recht heterogener Natur, bedarf einer durch die sammelnde Person vorgegebenen Struktur. Ansonsten stellt er ein reines Sammelsurium dar, das eher zufallsbedingt zustande gekommen ist oder in der Aneinanderhäufung von Einzelobjekten verschiedenster Art ein amorphes „Steckenpferdschätzchen“ einer Person widerspiegelt, die sich möglicherweise durchaus als Sammelnde versteht, jedoch keineswegs eine Sammlerpersönlichkeit repräsentiert, die sich ihrer Kollektion mit Interesse, kreativer Neugier und zielgerichtetem Engagement widmet.
Erst durch die methodische, systematische Zusammenstellung der Objekte wird der so gewachsene Bestand zur Sammlung. Der Sammler entwickelt im Laufe seiner sammlerischen Tätigkeit früher oder später, oft mit fachlichem Rat und Beistand, eine individuelle, von ihm persönlich klar vorgegebene Strategie betreffs der thematischen Ausrichtung der Sammlung. Er wird so ganz für sich allein oder im Kreise von Gleichgesinnten Befriedigung und vielfältigen Nutzen aus seiner planvollen Tätigkeit ziehen. Er kann frei nach seinem Geschmack und seinen Möglichkeiten Form und Intensität seiner Beschäftigung mit der Materie bestimmen.
Spätestens wenn man ein bestimmtes Sammelgebiet für sich entdeckt hat und dessen Grenzen seinen persönlichen Wünschen und Ansprüchen gemäß abzustecken sucht, dann ist die Heranziehung der einschlägigen Fachliteratur unumgänglich. Auch die Kontaktpflege zu ausgewiesenen Fachhändlern und Sammlern ist dem Anfänger wie auch dem fortgeschrittenen Sammler in jedem Fall von großem Nutzen.
Die Auseinandersetzung mit seiner Sammlung macht den Sammler in jedem Fall zum Forschenden (und sei es rein für sich persönlich), dem sich Neues eröffnet, egal ob er sich den Sammlungsstücken ausschließlich unter rein emotionalen oder ästhetischen Gesichtspunkten annähert, oder aber auch den freilich aufwändigeren Versuch unternimmt, sich beim Studium und auch beim Vermehren seines Bestandes sein von ihm persönlich vorgegebenes Sammelthema und dessen thematisches Umfeld inhaltlich-analytisch differenziert zu erschließen.


Das Sammeln von Münzen, Medaillen und anderen numismatischen Objekten

Münzen und Medaillen werden spätestens seit dem späten 14. Jahrhundert gesammelt (siehe auch unseren Aufsatz: Geschichte der Numismatik).

Sie sind wertvolle und beredte Zeugnisse der Geschichte, Ökonomie und Kunst, die ihrem Besitzer Vieles vermitteln und berichten können.

Münzen lassen sich leicht auf kleinem Raum sicher aufbewahren, können einem ausgewiesenen und verantwortungsvollen Fachhändler risikolos erworben und als Einzelstücke, als kleine Gruppe oder als umfangreiche Sammlung unschwer wieder veräußert werden.

Historische Münzen und Medaillen sind faszinierende Dokumente ihrer Epoche, ganz gleich ob es sich dabei um ein kostbares hochseltenes und künstlerisch bedeutendes Exemplar in Spitzenqualität handelt oder um eine einfach gestaltete, Massenprägung in mäßiger Erhaltung und von niedrigem Preisniveau. Jeder Interessierte kann also mit Unterstützung eines Fachhändlers seines Vertrauens eine nach seinen Möglichkeiten entsprechende Sammlung aufbauen und pflegen. Dabei ist es sinnvoll, die Sammlung zu strukturieren und nach bestimmten Grundsätzen zusammenzustellen. Die Spezialisierung verlangt vom Sammler eine gewisse Einarbeitung in sein Tätigkeitsfeld und vermittelt ihm bei dieser Beschäftigung zugleich einen steten Erkenntnisgewinn, der ihm beim Sammeln in der Regel noch mehr Motivation, Freude und Befriedigung verschafft. Auch im Verkaufsfall ist eine systematisch gepflegte, mit Kennerschaft aufgebaute Spezialsammlung ein interessantes und attraktives Objekt, das in der Regel gebührende Beachtung findet.


Anregungen zur Anlage einer numismatischen Sammlung

Beim Aufbau einer Sammlung kann man sich von den verschiedensten Kriterien leiten lassen, z. B. unter folgenden Gesichtspunkten:

Eine „Querschnittssammlung“ vereint in ausgewählten Einzelstücken die Schlüsselstücke der rund 2700jährigen Münzgeschichte.

Eine von ästhetischen und künstlerischen Grundsätzen geprägte Sammlung kann mittels ausgewählter Beispiele eine Generalüberschau über die Kunstgeschichte der vergangenen zweieinhalb Jahrtausende vermitteln oder aber speziell einen bestimmten Kunststil dokumentieren (z. B. den archaischen Stil oder die Klassik auf griechischen Münzen, die Kunst der Renaissance und des Barock im Spiegel von Münzen und Medaillen, Jugendstilmedaillen, Medaillen zeitgenössischer Künstler).

Eine auf chronologisch- / ökonomisch- / historisch-politische Kriterien basierende Sammlung enthält Münzen eines bestimmten geschichtlichen Zeitabschnitts, z. B. antike Prägungen (keltische, griechische, römische, byzantinische, völkerwanderungszeitliche), Münzen des Mittelalters (Mitte des 8. Jahrhunderts bis ca. 1500) innerhalb eines bestimmten oder der Regierungszeit eines bestimmten Herrschers (z. B. Karl V.).

Eine auf bestimmte Gebietsräume spezialisierte Sammlung kann unter geographischen Aspekten (z. B. Münzen Kleinasiens, des Mittelmeerraumes, Skandinaviens), politischen Aspekten (Prägungen bestimmter Nationen, Flächen- oder Stadtstaaten), kulturellen Aspekten (z. B. arabischen Prägungen) oder unter währungsgeschichtlichen Aspekten (z. B. Münzen der Kipper- und Wipperzeit während des Dreißigjährigen Krieges, Münzen der Mitgliedsstaaten des Deutschen Zollvereins im 19. Jahrhundert) erstellt werden.

Eine an ein spezielles Motiv oder Thema gebundene Sammlung vereint Münzen und Medaillen mit einer besonderen bildlichen oder inhaltlichen Thematik, z. B. Porträts, Architektur, Technik, Ausbeute und Bergbau, Krieg und Frieden, Liebe und Ehe, Huldigungsmünzen und -medaillen, Rechtsprechung und Gerechtigkeit, Medicina in Nummis, Städteansichten, Jagd, Pferde, Reiterei, Darstellungen bestimmter Tiere, u.s.w.).

Eine auf eine bestimmte Sachgruppe konzentrierte Sammlung beschränkt sich auf eine bestimmte numismatische Gattung, wie z. B. Medaillen, Rechenpfennige.

Eine auf ein bestimmtes Nominal fokussierte Sammlung enthält ausschließlich Münzen eines bestimmten Nennwerts, wie z. B. Statere, Tetradrachmen, Aurei, Denare, Goldgulden, Dukaten, Taler, Groschen, u.s.w.

Eine auf einen bestimmten metallenen Werkstoff definierte Sammlung enthält ausschließlich Münzen oder Medaillen aus einem bestimmten Werkstoff, z. B. Gold oder Silber.

Sämtliche Aufsätze und Beiträge wurden von Detlev Hölscher verfasst, sofern keine Mit- oder Fremdautoren genannt sind.